Zalando kämpft um Image und Gewinn

Der rasant wachsende Onlinehändler Zalando hat schwer zu kämpfen. Zweistellige Millionenverluste und ein mieses Image machen dem neuen Star der Versandhandelsbranche zu schaffen.

Die erst 2008 gegründete hat mittels Wagniskapital einen fulminanten Start hingelegt. Durch massive TV Kampagnen wurde Zalando schnell bekannt. Das zog die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf den Neuling, aber nicht immer zum Besten: viele Verbraucher waren einfach neugierig, bestellten eine große Auswahl an Artikeln – und sendeten den Großteil wieder zurück: laut der Süddeutschen Zeitung bis zu 4 von 5 Paar Schuhen (Normale Retourenquote im Versandhandel bei Schuhen: 55 Prozent).

Die aggressive Werbung überschritt eine Grenze, 2011 wurde Zalando wegen Versendung von Spam-Emails verurteilt.

Ein weiteres Problem des schnellen Wachstums: Kunden sollen trotz Rücksendung der Ware oder Zahlung Mahnungen und Inkassodrohungen erhalten haben. Hat Zalando den Laden noch im Griff ? Gegenüber der Schweizer Handelszeitung spricht Zalando von Einzelfällen durch Kapazitätsprobleme (vermutlich meint man Personalengpässe) aufgrund des schnellen Wachstums.

Im Jahr 2008 hatte Zalando Verbindlichkeiten von 80.000 Euro, im Jahr 2010 bereits 51 Millionen, mit einem Jahresfehlbetrag von über 20 Millionen Euro.

Hat sich Zalando mit der massiven Aufforderung zur Retoure („Schrei vor Glück – oder schicks zurück“) verkalkuliert? Die Zeit wird es zeigen.