Aufsehenerregende Reportage von Günter Wallraff rückt Logistikbranche in schlechtes Licht

Der Journalist Günter Wallraff sorgte im letzten Jahr für großen Wirbel. Schuld daran war seine Undercover-Reportage über die Arbeitsbedingungen bei einem bekannten Zustelldienst. Wallraff arbeitete zum einen im Paketlager mit, zum anderen begleitete er einen Fahrer auf seiner Tour und enthüllte dabei stellenweise geradezu unmenschliche Arbeitsbedingungen. Inzwischen werden diese Fakten immer häufiger mit dem Thema E-Commerce in Verbindung gebracht und längst ist es nicht nur der eine Dienstleister, der unangenehm auffällt. Die Logistikbranche steht im Fokus. Für weniger als fünf Euro in der Stunde sorgen Subunternehmer dafür, dass der Versand zum Kunden innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen ist. Das gehört heute zum Service und trifft vor allem auf Käufe im Internet zu. Schaut man sich die Entwicklungen im Onlinehandel an, wird die Belastung in der Zukunft nicht weniger, sondern eher noch viel mehr werden. Glücklicherweise zeigen sich die Logistikunternehmen kompromiss- und gesprächsbereit. GLS und DPD sprachen sich positiv für die Einführung eines Mindestlohnes aus. Hermes dagegen suchte das direkte Gespräch mit Günter Wallraff, damit man in Zukunft ohne schlechtes Gewissen bei der Lieferung aus dem Onlineshop vor Glück schreien kann.