#App Stores als Schadsoftwareverbreiter: Wie hoch ist die Gefahr wirklich?

App Stores gelten als „Virenschleudern“ für Smartphones. Vor allem unabhängige App Stores, von denen viele ihren Sitz in Asien haben, sind als Verbreiter von Schadsoftware bekannt. Hier ist es nahezu jedem möglich, eine App einzustellen. Allerdings beschränken sich derartige Apps zumeist auf einen bestimmten Radius und stellen kaum eine Gefahr für den deutschsprachigen Raum dar. In die offiziellen deutschen Stores verirrt sich überaus selten eine infizierte App.

Natürlich sehen das die Hersteller von Antiviren-Software anders. Sie argumentieren mit einem extremen Wachstum, was die Anzahl der Schädlinge betrifft. Pro Jahr werden nach ihren Angaben über zehntausend neue Varianten von Malware entdeckt. Auf den ersten Blick erscheint das enorm, betrachtet man es aber in der richtigen Relation, ähnelt es der Situation aus den frühen 1990er-Jahren, als die Internetnutzung ihren Anfang nahm. In der Gegenwart entspricht die oben genannte Zahl dem, was täglich bei den Antiviren-Software-Herstellern im Labor ankommt. Klingt noch weniger beruhigend, wird aber im falschen Zusammenhang dargestellt. Die Rede ist hier nämlich nur von neuen Malware-Exemplaren, nicht aber davon, dass jene in verschiedene Familien eingeteilt werden, deren Mitglieder sich stets ähneln. So stellen sie die Hersteller von Antiviren-Software nicht unbedingt vor nennenswerte Probleme.

Schaut man sich an, wie viele Schädlingsfamilien es tatsächlich gibt, wirkt das Ergebnis weniger bedrohlich. Im Jahre 2012 waren es laut Eset 56. Das heißt im Klartext: Es existieren nur einige hundert Trojaner, die dem Smartphone wirklich gefährlich werden können. Die Meisten von ihnen sind im russischen sowie asiatischen Raum unterwegs. Nimmt man Windows als Vergleichsbasis, sind dort Hunderttausende von Schädlingsfamilien existent. Zugleich verfügen die vorhandenen Antiviren-Programme über eine erstaunliche Effizienz beim Erkennen von Schadsoftware. Somit ist die Gefahr einer Infizierung von Smartphones aktuell noch als gering einzustufen.