Vernichtung von Neuware: Regierung führt Obhutspflicht ein

Der Versandriese Amazon vernichtet regelmäßig Neuware, sowohl eigene als auch im Auftrag von Fullfilment Händlern. Bereits im Mai 2019 hatten Wissenschaftler der Uni Bamberg mit entsprechenden Zahlen für Aufruhr gesorgt. Demnach landen rund vier Prozent der Retouren im Müll.

Auch Ende 2019 hatte eine NDR Recherche dies belegt. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte entsprechende interne Fotos aus dem Amazon Logistikzentrum Winsen an der Luhe an die Reporter weitergegeben. Auf diesen Fotos waren unbeschädigte, originalverpackte Produkte zu sehen, die in Abfallcontainern lagen.

Hintergrund könnte sein, das die Lagergebühren bei Amazon für die Fullfilment Händler sehr hoch werden, sobald sich ein Produkt nicht regelmäßig verkauft. Solche „Penner“ kommen den Händler dann teuer zu stehen.

Nun haben sich Bundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium auf eine sogenannte „Obhutspflicht“ geeinigt. Darüber berichtete zuerst der NDR. Bedeutet, Händler sollen Transport und Aufbewahrung neuer Waren so gestalten, das die Produkte länger nutzbar bleiben. Eine Vernichtung soll nur noch erlaubt sein, wenn ein Verkauf oder eine Spende technisch oder rechtlich nicht möglich sei oder eine länger Lagerung für den Händler wirtschaftlich nicht mehr zumutbar sei (was immer das im konkreten Fall heißen soll).

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