Ad Words App: bedingt einsatzbereit

Auf deutschen Händler-Handys verbreiten sich immer weiter zwei Apps, die es in sich haben: die App für Google Ads und die für Google Analytics.

Mit der Google Analytic App können Sie – eine Anbindung Ihres Shops vorausgesetzt – genauestens die Besucherzahlen und Umsätze sehen, bis auf die Stunde und bis auf das einzelne Produkt hinunter aufgeschlüsselt.

Mit der Google Ads (früher: Google Ad Words) App können Sie Ihre Online-Werbung steuern, im Idealfall sind hierbei Google Ads und Google Analytics miteinander verknüpft. In diesem Fall können Sie für jeden einzelnen Suchbegriff die Werbeausgaben und die dadurch verursachten Einnahmen sehen.

In der Praxis – am PC und in der Hand von Profis – sind beide Funktionen zusammen Gold wert. Durch die feine Granulierung einer riesigen Menge von Daten können Agenturen, die sich damit auskennen, gute Arbeit für ihre Kunden leisten.

Jedoch, und das geht häufig unter, beides sind Profi-Programme. Laien, die sich nicht oder nur wenige Stunden eingearbeitet haben, sehen erst einmal nur einen Haufen Daten und viele, viele bunte Knöpfe auf die man drücken kann.
Und, und jetzt kommt das Fatale: eine Liste an „Empfehlungen“ von Google, was man nun tun sollte, um „die Leistung des Kontos zu steigern“.
Das Fiese daran ist: diese Empfehlungen sind extrem verkürzt dargestellt, klären natürlich NICHT über die Nachteile auf (sondern nur über die – – vermeintlichen Vorteile) und verfügen über einen einfachen Button zum Annehmen. Klick – Empfehlung umgesetzt, Konto zu 90% optimiert. Klick, Konto zu 95% optimiert. Klick, Konto zu 99% optimiert.

Kaum ein Laie liest, geschweige denn versteht diese Empfehlungen. Um es ganz klar zu sagen: es geht Google NICHT darum, das Sie möglichst effektive Werbung machen, es geht Google darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Ob es sich für Sie lohnt, mit einem Tagesbudget von 200 Euro Werbung auf Youtube zu machen? Pfeift doch Google drauf.

Auf diese Weise treiben sich die Händler immer tiefer in den Google Ads Ausgabensumpf. Und das sogar diejenige, die eigentlich eine Werbeagentur haben und „denen nur mal kurz über die Schulter gucken wollten“.
Und dabei nur mal kurz ein Knöpfchen drücken.

Man stelle sich vor, jemand würde das bei der Flugsicherung machen….

Also, liebe Händler: lasst Eure Finger von diesen Apps, sie sind gefährlich und für Laien absolut ungeeignet.

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