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Händlerbund: nur zum Teil gelernt aus dem 2012er Chaos

Erinnern Sie sich noch was Sie am 1. August 2012 getan haben?  Okay, langsam verblassen die Erinnerungen daran. Bis ins Jahr 2015 hinein konnte man mit dieser Frage noch hämisches Gelächter ernten.

Zur Erinnerung: Der Gesetzgeber hatte 2012 die sogen. „Button-Lösung“ eingeführt – und eine Übergangsfrist schlicht vergessen. Quasi um Mitternacht mussten alle Händler ihren Shop umstellen und auch neue Rechtstexte einpflegen.

Nicht besonders hilfreich war hierbei, das der Händlerbund damals zwar alle Mitglieder aufforderte, sich einzuloggen und sich die neuesten Rechtstexte zu ziehen, der Server jedoch vor, am und direkt nach dem Stichtag völlig überlastet war und mehrfach gar nicht mehr erreichbar. Damals drehte sich unser internes Rad sehr zu Gunsten der IT Recht Kanzlei, die sogar noch ans Telefon ging und deren Server auch gut erreichbar war.

Heute ist nun der Tag vor der DSGVO.  Knapp 6 Jahre sind vergangen, beide Anbieter – Händlerbund und IT Recht Kanzlei – sind gefühlt gewachsen und so stellt sich die Frage: wer ist besser aufgestellt? Wir haben das getestet und uns bei der IT Recht Kanzlei in ein Mandantenkonto eingeloggt (natürlich mit Wissen des Mandanten). Der Login ist schnell, gut erreichbar und reagiert sofort. Auch innerhalb des Mandantenkontos konnten wir uns gut bewegen.

Beim Händlerbund: die Website selbst ist gut erreichbar, evtl hat der Händlerbund hier nachgesteuert. Man kann also zumindest Informationen lesen. Das Grauen hat aber einen Namen: Agenturlogin.  Die Subdomain mitglieder.hb-intern.de ist bei 10 Aufrufen nur in 7 Fällen überhaupt erreichbar, in 3 Fällen läuft sie direkt in einen Timeout. In den anderen 7 Fällen war 5x ein Login nicht möglich – Timeout. Nur zweimal war ein Login ohne Timeout möglich.
Immerhin – wenn man einmal eingeloggt ist, fliegt man anscheinend nicht mehr raus.  Wer Rechtstexte herunterladen will, braucht aber viel Geduld und kann in der Zwischenzeit einen Kaffee trinken.

Am Ende konnten wir von zwei Versuchen genau einmal einen Rechtstext heruntergeladen. Hätten wir mal gleich das ganz Komplettpaket heruntergeladen statt nur die Datenschutzerkärung: beim nächsten Klick war die Seite nämlich wieder nicht erreichbar.

Einen telefonischen Versuch haben wir dieses Jahr im Gegensatz zu 2012 nicht gestartet, weil es einfach keine akuten Fragen gibt und wir die Leute auch nicht unnötig nerven wollten.

Fazit: Der Händlerbund scheint seine Serverkapazitäten ausgebaut zu haben, die Anzahl seiner Mandanten aber auch, und kommt somit an solchen Tagen wieder hart an die Grenze des Erträglichen.
Die IT Recht Kanzlei hat ebenfalls die Anzahl der Mandanten ausgebaut, die Kapazitäten scheinen aber ganz fluffig Schritt zu halten, alles flutscht und ist wunderbar erreichbar.

Gesetz gegen Kostenfallen im Netz beschlossen

Der Gesetzgeber hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der sich gegen die vermeintlichen Kostenfallen im Internet richtet. Gerade das Thema Abofallen hat ja schon sehr viele Menschen stark beeinträchtigt und gerade hierzu gibt es auch schon sehr viele heiße Diskussionen, denn für viele ist dies natürlich keine schöne und vor allem teure Sache. Dabei sollen nun die jeweiligen Unternehmen bei Onlinebestellungen den Verbraucher unmittelbar vor dem letzten Schritt des Bestellprozesses über den Gesamtbetrag informieren müssen. Dabei kommt dann ein rechtsgültiger Kaufvertrag nur dann zustande, wenn der Kunde mit seiner Bestellung ausdrücklich bestätigt, dass er bestellen will. Die Beschriftung dieser Bezahlungsfläche muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen. Typische Kostenfallen sollen mit diesen neuen Methoden drastisch unterbunden werden, denn gerade hier sind in den vergangenen Jahren schon sehr viele Menschen Opfer von Kostenfallen geworden und mussten dafür viel Geld bezahlen. Gerade viele unseriöse Unternehmen haben ihre Webseiten oftmals mit kleinen versteckten Kostenfallen versehen, die dem Verbraucher zunächst nicht klar ersichtlich waren.